Die verschiedenen christlichen Kirchen, die alle von sich behaupten, die Wahrheit zu besitzen, unterscheiden sich häufig in ihrem Verständnis von der Natur Jesu. Was sagt das sogenannte Neue Testament über ihn?
1. Glaubt mir, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen! Jh 14,11
Hier ist Jesus eine von zwei gleichrangigen Personen, die zusammen eine "zwei in eins" Gottheit darstellen, zu der das orthodoxe Christentum noch den hl. Geist als dritte Person in der Dreieinigkeit hinzufügt. Vater und Sohn sind einer im anderen und dennoch zwei separate Personen. Ein wahrhaft großes Geheimnis!
2. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; Kol 2,9
Das bedeutet in klar ausgedrückt, dass der eine Schöpfer des Himmels und der Erde als Mensch kam, um unter Menschen zu wandeln. Keine Dreieinigkeit, keine Zweieinigkeit! Ein Gott im Fleisch! Jesus.
3. Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus "war", der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Phil 2,5-6
Hier heißt es: Jesus war nicht Gott, sondern ihm gleich. Zwei Gottheiten, gleich und in ähnlicher Gestalt, Gott und Jesus.
4. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich. Jh 14,28
Hier wiederum erfahren wir, dass Gott und Jesus nicht gleich sind, der Vater ist größer als er.
5. Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Jh 17,3.
Jetzt heißt es, dass der Vater der einzig wahre Gott ist und Jesus nur sein Gesandter war.
6. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen." Lk 4,8
Hier spricht Jesus zu Satan, als dieser ihm Macht über die Reiche dieser Welt anbietet und sagt, dass er, Jesus, niemand anderen anbeten kann als JHWH, wie das Gesetz es befiehlt.
7. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mt 27,46
Hier sehen wir Jesus in seiner Qual am römischen Kreuz, verlassen von Gott. Eine interessante Parallele dazu finden wir in Hes 28,1-10
6 darum, so spricht der Herr, HERR: Weil du dein Herz erhebst, als wäre es Gottes Herz,
7 darum, siehe, ich bringe Fremde über dich, die gewalttätigsten Nationen, die werden ihre Schwerter ziehen gegen die Schönheit deiner Weisheit und werden deinen Glanz entweihen.
8 In die Grube werden sie dich hinabfahren lassen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben im Herzen der Meere.
9 Wirst du dann angesichts deiner Mörder auch noch sagen: "Gott bin ich!", während du "doch nur" ein Mensch bist und nicht Gott, in der Hand derer, die dich durchbohren?
10 Den Tod von Unbeschnittenen wirst du sterben durch die Hand der Fremden; denn ich habe geredet, spricht der Herr, HERR.
Verwirrung, schlimme Verwirrung! Die Autoren des NT, die zu unterschiedlichen Zeiten für verschiedene Gruppierungen mit unterschiedlichen Hintergründen schrieben, stellten Jesus dar als einen menschgewordenen Gott für die heidnischen Völker (s. griechische Mytologie), als einen davidischen Messias für die Juden, als einen sterbenden und auferweckten Gottmenschen für die Anhänger der gnostischen Mysterienkulte.
Viele christliche Theologen suchen heute nach dem sogenannten "wahren Jesus" oder dem "historischen Jesus". Ihre Suche ist vergeblich! Der einzige Jesus, den es gibt, ist der, der von den damaligen Autoren des griechisch-römischen NT aufgebaut wurde. Diese imaginäre Persönlichkeit wurde dann von der Kirche als "Fleisch gewordener Gott" angebetet. Als solcher gehört Jesus in die von JHWHs Prophet beschriebene Kategorie: So sollt ihr zu ihnen sagen: Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, die werden von der Erde und unter diesem Himmel verschwinden. Jer 10,11
Lieber Leser, dienen Sie einem solchen Nicht-Gott? Beten Sie einen zu Grunde gegangenen Heiland an, der sich nicht einmal selbst vor einer solchen Strafe und einem so grausamen Tod wie der am Kreuz retten konnte?